Was hat Darmkrebs mit Mundhygiene zu tun?

 

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Seit dem Aufwärtstrend der Mikrobiomforschung suchen Mediziner auch nach Risikofaktoren im Darm selbst. Dabei stießen sie auf Fusobacterium Nucleatum. Ist das Bakterium aus dem krankhaft veränderten Zahnbelag der Auslöser für Darmkrebs?

Fangen wir ganz von vorne an:

In unserem Zahnhalteapparat (Parodont) befindet sich ein Bakterium (F. Nucleatum), dass bei Infektion des Zahnhalteapparates (Parodontitis) eine zentrale Rolle spielt.

Aufgrund von mangelnder Mundhygiene und Plaque, der sich am Zahnfleischsaum sammelt, kann das empfindliche Zahnfleisch sehr schnell gereizt werden. Die Folge davon können Zahnfleischtaschen sein. In diesen krankheitserregenden Vertiefungen finden Keime gute Lebensbedingungen vor. Durch seinen Stoffwechsel schafft es das Bakterium (F. Nucleatum) eine Lebensgrundlage für andere, hoch krankheitserregende Keime zu schaffen.  So schreitet die Infektion des Zahnhalteapparates ohne medizinisches Eingreifen immer weiter voran.

 

Die Immunantwort der Zellen wird umgangen

Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass F. Nucleatum den programmierten Zelltod von Tumorzellen bei einer Chemotherapie verhindern kann.

Mit Hilfe dieser Mechanismen könnte dieses Bakterium (F. Nucleatum) also selbst für besonders gute Lebensbedingungen sorgen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Meyerson zeigt: Ist das Tumorgewebe einmal infiziert, scheint der Erreger ein integraler Bestandteil des Tumors zu sein. Die Forscher stellten fest, dass F. Nucleatum sogar „mitreist“, wenn der Krebs metastasiert.

Je älter der Zahnbelag, desto mehr können Entzündung vorkommen und dadurch entsteht ein gewisser Barriereverlust für das Bakterium.

Die chronische Entzündung birgt das Risiko unkontrollierten Wachstums und damit bösartiger Neubildungen. Man verschluckt den Keim, ebenso wie Helicobacter Pylori, der Magengeschwür und -krebs verursachen kann. Beheimatet sind alle diese Bakterien in „altem“ Zahnbelag, der ungestört über Monate in Füllungsspalten, Taschen und nicht gereinigten Zahnzwischenräumen wachsen durfte.

Im Umkehrschluss kann man somit sicherlich sagen, dass bei guter Mundhygiene und somit geringem Fusobakteriengehalt dieser Keim weniger “anstellen“ kann als bei erkranktem Zahnfleisch.

 

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